Zur Person Ich betreibe seit meinem 8. Lebensjahr Sport. Angefangen habe ich mit dem Handball. Mit 13 habe ich zusätzlich im Verein geturnt. Mit 19 begann ich mit dem Ju Jutssu und besitze in dieser Sportart den 6.Dan. Als Ausgleichssport bin ich in all den Jahren viel gejoggt (Distanzen 5-20 km). Mein letzter Halbmarathon war 2004 (Rennsteiglauf/Thüringen). Durch die steigenden Probleme in der linken Hüfte verlagerte ich mein Training mehr auf den Oberkörper (Krafttraining). Selbst das Radfahren verstärkte die Schmerzen in der dorsalen Hüftgelenkskapsel und in der Leiste. Das größte Schmerzproblem aber waren die neurologischen Beschwerden im gesamten Bein, vor allem in der Ruhe.
Konservative Maßnahmen wie Manuelle Therapie und auch eine Spritzentherapie mit Hyaluronsäure zeigten keinen Erfolg.
Operation bzw. postoperative Maßnahmen:
Am 08.05.2006 wurde ich in Berlin (MeoClinic) von Herrn Prof. Faensen an der linken Hüfte operiert. Ab den 2. Tag post-OP bin ich mit zwei Gehilfen gelaufen. Ich war mehr oder weniger schmerzfrei wenn ich bewegt habe, hatte nur die üblichen Bewegungseinschränkungen in allen Ebenen. In der Ruhe (nachts) entwickelte sich immer ein Weichteilschmerz im Bereich Oberschenkel, der aber durch Medikamente unterdrückt werden konnte. Diesen heftigen Ruheschmerz hatte ich ca. 15 Tage post-OP. Nach 6 Tagen Klinikaufenthalt führte ich die anschließende REHA zu Hause in der eigenen Physiotherapieanlage durch.
Von Anfang an wurde die Schulung der Tiefensensibilität (Propriozeption) in den Vordergrund gestellt. Ich bin ab dem 7. Tag post-OP ohne Gehilfen gelaufen, da ich voll belasten durfte.
REHA-Verlauf (7.-10. Tag post-OP)
- Lymphdrainage und Narbenbehandlung
- Laufbandtraining (2,5-3,5 km/h) frei – ohne Festhalten mit den Händen
- Ergometertraining ohne Widerstand (Ausweichbewegung über Becken wurde zugelassen)
REHA-Verlauf (11.-21. Tag post-OP)
- 10. Tag – Entfernung des Nahtmaterials
- ab dem 11. Tag – Bewegungstherapie im Wasser (freies vielseitiges Bewegen und verstärktes beüben der Hüftflexion. Schwimmen Brust und Kraulstil waren problemlos möglich.
- Traktionsbehandlung zur Verbesserung der Hüftflexion (aktuell 5/0/70)
- Lymphdrainage und Narbenbehandlung
- Laufband (3-4 km/h) Ergometer (50W), Koordinationstraining (Propriozeption) – das Üben mit dem eigenen Körpergewicht gegen die Schwerkraft habe ich von der Gewichtigkeit vor dem Gerätetraining gestellt.
REHA-Verlauf (4.-6. Woche)
- Traktionsbehandlung zur Verbesserung der Hüftflexion (aktuell 10/0/90)
- Fango/Massagen im Becken-Beinbereich, sowie Rücken.
- Laufband (5-6 km/h) freies Gehen, Ergometer (75-100 W).
- Koordinationstraining (Propriozeption) – das Üben mit dem eigenen Körpergewicht.
- Medizinisches Aufbautraining (MAT) mit variablen Übungen am reaktiven Seilzug, Funktionsstemme (Beinmaschine), Kniebeugen (80-90°/40kg)
- Längere hügelige Spaziergänge bis 1 Stunde.
REHA-Verlauf (ab 7. Woche post-OP)
- Traktionsbehandlung zur Verbesserung der Hüftflexion >90°
- Laufband (6-6,5 km/h) freies Gehen, Ergometer (>100 W).
- Koordinationstraining (Propriozeption) – das Üben mit dem eigenen Körpergewicht auch verstärkt im Einbeinstand und Gewichtsunterstützung.
- Kniebeugen (90° / bis 60 kg)
- Vorsichtiges Laufen auf der 400m-Bahn. AM Anfang mit der „Stop- and Go-Technik“
- Nach der 12 Woche auch Waldläufe mit Steigerungen bis 30 Minuten (bergab gehen).
Abschlussbemerkung:
Ich bin in der 19. KW operiert worden. Ich werde in der 44. KW mit dem Training auf der Matte beginnen, um auch hier noch mehr Sicherheit und Bewegungsgefühl zu bekommen. Stürze bzw. Fallen auf die operierte Seite werde ich vermeiden. Vom eigenen Körpergefühl möchte ich sagen, dass ich bis zum jetzigen Zeitpunkt ca. 70-80% gegenüber der nicht operierten Seite empfinde. Ich bin schmerzfrei, habe aus der Ruhe heraus keine Anlaufschwierigkeiten. Schnelle unbewusste Bewegungen (z.B. Stolpern) sind jederzeit schmerzfrei möglich.
Die Entscheidung mich dieser Operation zu unterziehen was das Beste, was ich in meiner Situation tun konnte. Ich habe jetzt schon das Gefühl, ja sogar die Sicherheit, dass ich mich sportlich wieder sehr gut bewegen und belasten kann. Für mich hat sich ein einzigartiges neues Gefühl und die damit verbundene gesteigerte Lebensqualität eingestellt.
Diese Operationstechnik ist die Zukunft und sollte so schnell wie möglich Klinikstandard werden.
Bernd Voigt, 11.10.2006

1 Jahr und 11 Tage nach meiner OP in Berlin habe ich am vergangenen Wochenende meinen
ersten Halbmarathon absolviert.
Ich bin die ganze Geschichte recht locker angegangen und wollte nur feststellen, ob alles so klappt wie ich es mir gedacht und vorgestellt hatte, und es war auch so, meine Vorbereitungsläufe, die ich regelmäßig seit Februar gemacht hatte waren immer zwischen 45 Min und 1,5 Std.
2x bin ich locker 2 Std. gelaufen. Ich habe keine Schmerzen gehabt, nur die hüfthaltende Muskulatur links wurde schneller müde. Von der Luft und vom Oberkörper her hatte ich keine Anstrengung, im Gegenteil, da hatte ich das Gefühl ich habe keine sportliche Anstrengung jeglicher Art durchgeführt.
Bernd Voigt, 21.05.2007

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